Religion

Die Fragen von jungen Menschen nach dem eigenen Handeln, ihre Fragen nach der Deutung von Welt, ihre Suche nach Sinn im Leben, ihre Fragen nach Gott spiegeln sich im Religionsunterricht, der von einer ganzheitlichen Bildung des Menschen ausgeht. Die Entfaltung der Persönlichkeit, das Grundrecht, die Glaubens- und Gewissensfreiheit gestalten zu dürfen, die Erkenntnis, dass die Geschichte unserer Kultur christlich geprägt ist und auf christlichen Fundamenten steht, machen das Fach Religion zu einem besonderen und spannenden.

Deswegen versucht der Religionsunterricht in einer pluralen und oft unübersichtlichen Gesellschaft über die reine Wissensvermittlung hinaus den Heranwachsenden zu stärken und ihm eine Orientierung für sein Leben zu geben.

Evangelischer und katholischer Religionsunterricht

Nach Art. 7 GG Abs. 2 und 3 und den ’§’§ 124 bis 128 NSchG ist der Religionsunterricht „ordentliches Lehrfach“. Damit leistet er einen eigenständigen Beitrag zum Bildungsauftrag der Schule. Er sichert für den Einzelnen das Grundrecht der positiven und negativen Religionsfreiheit, d.h. das Recht auf religiöse Bildung einerseits und andererseits das Recht, sich vom Religionsunterricht mit der Religionsmündigkeit abzumelden.

Der Religionsunterricht wird konfessionell erteilt. Durch das Kennenlernen und die Vertiefung in der eigenen Konfession kann der Unterricht zu einer persönlichen Glaubensentscheidung führen. Die Verständigung mit den Christen anderer Konfessionen ist erstrebenswert, deswegen wird der konfessionelle Unterricht in ökumenischer Offenheit erteilt. Die Fachschaft Religion tagt in den Dienstbesprechungen und Konferenzen gemeinsam, so sind die Fachkollegen in einem ständigen Dialog.

Der Unterricht in den Jahrgängen 5-10

Evangelische und katholische Religion wird durchgehend zweistündig in einer Doppelstunde erteilt. Pro Halbjahr wird eine Klassenarbeit geschrieben, die 30 % von der Gesamtnote umfasst. Die anderen 70 % setzen sich aus der mündlichen Beteiligung, Hausaufgaben, Heftführung, Referaten u.a. zusammen.

Mit der Einführung der ev. und kath. Kerncurricula im Schuljahr 2009/10 fällt eine inhaltlich große Übereinstimmung der Leitthemen auf, die Spiralcurricular angeordnet sind:

Überblick über die Leitthemen, evangelisch und katholisch

Inhaltlicher

Kompetenzbereich

Jahrgänge 5/6

Leitthemen:

Jahrgänge 7/8

Leitthemen

Jahrgänge 9/10

Leitthemen

Mensch

 

 

 Anthropologie

Der Mensch zwischen Angst u. Geborgenheit, Trauer u. Trost

Der Mensch als Geschöpf Gottes

Rechtfertigung-Befreiung zum Leben

 

Der Mensch auf der Suche nach Identität u. Glück

Zuspruch u. Anspruch Got’­tes als Grundlage christlich orientierter Lebenshaltung

Die Endlichkeit des Menschen

Gott

 

Theologie

Gott als Schöpfer u. Begleiter

Rede von u. mit Gott

Die Botschaft vom gnädigen u. gerechten Gott

Gottesvorstellungen

Glaube-Erkenntnis-Zweifel

 

Gottesglaube /-zweifel

Jesus Christus

 

Christologie

Jesus in seiner Zeit u. Umwelt

Zeit u. Umwelt Jesu

Wirken u. Botschaft

 

Jesus u. seine Botschaft vom Reich Gottes

Der erlösende Charakter von Kreuz u. Auferstehung Christi

Jesu Tod u. Auferstehung

Ethik

 

 

Ethik

Ich u. die anderen

 

 

Kinder Gottes in der Welt

Miteinander leben- sich an Gerechtigkeit u. Frieden orientieren

Identität u. verantwortliches Handeln

Sterben u. Tod als Anfragen an das Leben

 

Auf der Suche nach gelingendem Leben

Kirche u. Kirchen

 

Ekklesiologie

Gemeinsam glauben in verschiedenen Kirchen

Glauben u. Leben in verschiedenen Kirchen

Unsere Kirchen haben eine Geschichte

Heilsanspruch der Kirche u. die Ökumene

Kirchliche Mitverantwortung in Staat u. Gesellschaft

Kirche in Auseinandersetzung mit Staat u. Gemeinde

Religionen

 Religionen im Dialog

Das Judentum entdecken

Entdeckung der Religionen

Den Islam kennen lernen

Begegnung der Religionen

Der Weg des Buddhismus

Verantwortung der Religionen für Mensch u. Welt

Mit diesen inhaltsbezogenen Kompetenzen werden prozessbezogene Kompetenzen verknüpft, so dass die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Sekundarstufe I u.a. befähigt werden sollen:

  • die Fachsprache und die Symbolsprache zu verstehen und sie anzuwenden
  • Zusammenhänge zu erarbeiten und zu deuten
  • über religiöse und ethische Fragen begründet zu urteilen und dialogfähig zu werden
  • fachspezifische Methoden zu nutzen
  • gestaltend tätig zu sein.

 
Die Qualifikationsphase  (Jahrgangsstufe 11/12)

Grundsätzlich steht das Fach Religion in der Oberstufe allen interessierten Schülern offen, d.h. jeder kann Religion wählen, auch wenn man zuvor noch nicht am Religionsunterricht teilgenommen hat.

Als Ergänzungsfach wird Religion 2-stündig einmal in der Woche erteilt. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit das Fach als 4-stündiges Prüfungsfach schriftlich und mündlich im erweiterten Anforderungsbereich (EA) und Grundanforderungsbereich (GA) zu wählen. Dann jedoch muss der Schüler das Fach Religion im Jahrgang 10 mindestens ein halbes Jahr lang besucht haben.

Die Unterrichtsinhalte orientieren sich an den jeweiligen Rahmenrichtlinien Ev. und Kath. Religion für die Sek II, sowie den verbindlichen Inhalten beider Fächer für das Zentralabitur. Wissenschaftspropädeutisches Arbeiten und gleichzeitige Schülerorientierung schließen sich dabei nicht aus.

Die thematischen Schwerpunkte für das Zentralabitur sowie die einheitlichen Prüfungsanforderungen können unter dem Niedersächsische Bildungsserver (nibis.de) aufgesucht werden.

In der Oberstufe wird konfessionskooperativ unterrichtet, d.h. der jeweilige Kurs fällt unter die Konfession, die die jeweilige unterrichtende Lehrkraft hat, einschließlich der Inhalte, die in den Prüfungskursen für das Zentralabitur erwartet werden.

Die religiöse Dimension im Schulleben

Von der religiösen Dimension können Impulse für die Entwicklung der Schulkultur ausgehen:

Die Schulgottesdienste am Theodor-Heuss-Gymnasium finden grundsätzlich konfessionskooperativ statt. Sie werden von Schülern und Religionslehrern vorbereitet und gestaltet. Zu Beginn des Schuljahres findet ein Einschulungsgottesdienst für den fünften Jahrgang statt, der in der Regel von den ehemaligen Fünfern gestaltet wird. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien gibt es einen Schulgottesdienst. Am Ende des Schuljahres feiern die Abiturienten ihren Dankgottesdienst.

Seit vielen Jahren gibt es das freiwillige caritativ-soziale Praktikum für den Jg. 9 im Rahmen des Religionsunterrichtes. Ein halbes Jahr lang engagieren sich Schülerinnen und Schüler in der Seniorenhilfe, im Kindergarten, bei der Hausaufgabenhilfe u.ä. regelmäßig einmal pro Woche. Dieses generationenübergreifende Projekt hilft allen Beteiligten, denn es zeigt die tätige Nächstenliebe auf Schülerseite, gibt diesen jedoch auch durch die Freude, die sie z.B. in den Seniorenheimen erfahren, Selbstbewusstsein und Ermutigung für ihren weiteren Lebensweg.