Sonntag, 18. Februar 2018

Die Pille: Unverkrampfter Zugriff auf ein sensibles Thema

Fotos:ARD

Am Mittwoch, dem 14. Februar 2018, stellte die Berliner Autorin Sabine Kray ihr Buch Freiheit von der Pille. Eine Unabhängigkeitserklärung den Schülerinnen und Schülern der Werte und Normen - Kurse des Jahrgangs Q1 vor.

Sabine Kray, ehemalige THG-Schülerin und Abiturientin des Jahrgangs 2003, war auf Initiative des Literarischen Zentrums Göttingen zum zweiten Mal zu Gast an unserer Schule. Bereits 2014 hatte sie hier ihren Roman Diamanten-Eddie, die Geschichte ihres Großvaters Edward Kray, in der Aula einem großen Publikum präsentiert.

Für die Lesung aus ihrem Essay, der auf eine Publikation auf ZEIT Online im April 2017 zurückgeht, hatten die Organisatorinnen einen kleineren Rahmen gewählt, um einem sensiblen Thema wie dem Umgang mit der Pille einen intimeren Gesprächsraum zu bieten. Diese Absicht ging auf!

Nachdem Sabine Kray etwas zur Genese ihres Buches erzählt hatte - mit dem nachdrücklichen Verweis, dass ihr der Untertitel Eine Unabhängigkeitserklärung besonders wichtig ist - und ihrem jugendlichen Auditorium das erste Kapitel zu Gehör gebracht hatte, entwickelte sich rasch ein intensives Gespräch mit der Autorin, die manchmal selbst schmunzeln musste beim Gedanken, Fragen von Menstruationszyklus, alternativen Verhütungsmethoden und den damit einhergehenden Details, mit einem jugendlichen Publikum zu erörtern.

Aber mit wem denn sonst? Und alle kleinen Befürchtungen waren völlig unnötig, denn vor allem die Schülerinnen fragten unbefangen und erzählten mit einer Offenheit, für die die beiden anwesenden Lehrerinnen und Thomas Kopietz von der HNA, der am Vortag ein großes Interview mit Kray geführt hatte, größten Respekt zeigten. Die Atmosphäre war unverkrampft, es gab etliche Lacher und auch die jungen Männer waren bereit, etwas von ihren Gedanken preiszugeben. Deutlich wurde, dass die Pille eines der am wenigsten hinterfragten Medikamente ist und dass viele junge Frauen von ihren Ärzten gut, aber auch etliche schlecht oder gar nicht beraten werden.

Was von diesen zwei intensiven Unterrichtsstunden bleibt, ist nicht nur ein (erneutes) Nachdenken über die Einnahme der Pille Dank eines gut recherchierten, persönlichen Textes, sondern auch große Hochachtung vor einer jungen Generation, die sich bereitwillig hat mitnehmen lassen auf ein Terrain, das man normalerweise nicht in großer Runde betritt.

ARD